Das Erstgespräch – davor/danach

Das Erstgespräch – davor/danach

Es ist soweit, die schriftliche Bewerbung hat ihre Schuldigkeit getan. Nichts anderes als die Tür zum Erstgespräch zu öffnen, ist die Aufgabe der schriftlichen Bewerbung. Sind Sie erstmal im Gespräch, wird alles anders.

In der Regel ist das Erstgespräch ein reines Kennenlerngespräch. Fragen Sie das Unternehmen, Ihren Einladungs- und Ansprechpartner, was Sie erwartet.

Folgende Gliederung hilft Ihnen für die Vor- und Nachbereitung sowie im Kennenlerngespräch.

Termin und Ansprechpartner sowie dessen Kontaktdaten notieren, am besten in Ihrem elektronischen Kalender mit Erinnerungsfunktion abhängig von der benötigten Anfahrtszeit.

Anfahrt prüfen, Weg und Fortbewegungsmittel einplanen, Dauer der Fahrt ermitteln und Stau- sowie Pausenzeiten einkalkulieren. Je nach Uhrzeit sind die Autobahnen und Innenstadtstraßen stärker frequentiert. Eine Nachfrage beim Unternehmen „gibt es Baustellen, Umleitungen oder anderen Besonderheiten, die zu beachten sind?“ ist durchaus angebracht. Sollten Sie mit dem ÖPNV anreisen lieber einen Zug früher nehme und gegebenenfalls auch das Taxi für ‚die letzte Meile‘ zum Kunden vorab bestellen. Es kann auch nicht schaden, die Strecke vor dem Termin mal abzufahren, um sich ein Bild zu machen.

Sind Sie bei einem größeren Unternehmen oder in einem Werk / Industriepark eingeladen, kann es durchaus zu Verzögerungen bei der Anmeldung kommen. Auch dieses ist einzukalkulieren.

Im Vorfeld recherchieren

Schauen Sie sich die Website des Unternehmens an, recherchieren Sie nach Branche, Technologie und auch zum regionalen Umfeld. Sie können hieraus gute Fragen für Ihr Gespräch ableiten. Die Informationen zum regionalen Umfeld wie z.B. Stadtentwicklung, Sportverein, Messen etc. können Sie sehr gut in der Warm-Up Phase nutzen. Sie zeigen so, dass Sie sich vorbereitet haben und stimmen sich auf Ihre Gesprächspartner ein. (Hinweis: Das Thema „Einstimmen“ wird in den nächsten Wochen nochmal vertieft).

Erarbeiten Sie Fragen anhand der Stellenbeschreibung und Ihres Hintergrunds bzw. Erwartungen.

Notieren Sie sich Ihre Fragen und priorisieren Sie diese.

Am Tag vor dem Gespräch und/oder auf der Reise gehen Sie Ihre Fragen und Ihren Lebenslauf noch einmal durch. Kleiden sich korrekt. (Auf die Kleidung komme ich nächste Woche detaillierter zu sprechen)

Entspannen Sie sich am Tag vorher, sorgen Sie für ausreichend Schlaf, trinken keinen Alkohol und nicht zu viel Kaffee am Morgen. (Da ein gutes Gespräch durchaus 2 Stunden dauern kann ist der Besuch des stillen Örtchens rechtzeitig vor dem Gespräch ebenso empfehlenswert.)

Nach Pförtner, Empfang und evtl. Sekretariat, wo Sie sich keinesfalls von oben herab als etwas Wichtigeres darstellen sollten(!), stehen Sie bestens vorbereitet nun vor Ihren(m) Gesprächspartner(n). Seinen Namen kennen Sie und wissen, wie Sie sich am Empfang mit eigenem Namen, Anliegen und Ansprechpartner vorstellen.

Was jetzt kommt, ist von Unternehmen zu Unternehmen höchst verschieden.

In einigen Fällen sitzen Sie nur dem Personalmitarbeiter oder nur dem Fachbereich gegenüber. Bei höheren Stellen und in kleineren Unternehmen vielleicht dem Personalleiter oder dem Geschäftsführer. Oft auch einer Mischung dieser Personenkreise.

Durch Ihre Fragen wissen Sie, was auf Sie zukommt.

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck! – Händedruck, Augenkontakt, feste aber nicht zu dominante Stimme bei der Begrüßung, Ihre Kleidung, Ihr ‚Styling‘, der Geruch – alles ist wichtig und innerhalb von 3-7 Sekunden entscheiden sich die Menschen, ob ihnen ihr Gegenüber sympathisch ist oder nicht. Im Telefonat fehlt der Sicht- und Körperkontakt, das Videophonat bietet immerhin noch Informationen über Mimik und Körperhaltung auf beiden Seiten. Natürlich sind ausgebildete Personaler und gestandene Führungskräfte hier in der Lage zu differenzieren, sollten das zumindest können, aber sicher ist sicher. Auch Sie treffen hier schon die erste Entscheidung, ob das Unternehmen, deren Mitarbeiter und das Umfeld etwas für Sie sein könnten.

In der Regel folgt ein kurzes Warm-Up mit Fragen über Befindlichkeit, Anfahrt etc. und Sie können hier eine (!) Frage zur Auflockerung stellen. Bitte nichts Kompliziertes, Langatmiges oder politisch Inkorrektes. Es ist lediglich dazu da, einander zu hören und sich auf den anderen einzustellen. Im Anschluss wird der inhaltliche und zeitliche Ablauf des Gesprächs vereinbart.

Hier gehts zum Inhalt des Bewerbungsgesprächs.

Der Abschluss

Zum Abschluss, nachdem Sie Ihre Fragen gestellt haben, vereinbaren Sie sich mit den Gesprächspartnern, wie es weitergeht, bis wann wer sich bei wem meldet und verabschieden sich höflich von allen inklusive Sekretariat, Empfang und Pförtner. Ich habe es schon erlebt, dass Kandidaten nicht weiter in Betracht gezogen wurden, nur weil es am Respekt und zwischenmenschlicher Höflichkeit gegenüber Sekretariat und Pförtner gemangelt hat. Viele Bewerbungs-gesprächsteilnehmer informieren sich bei oben genannten Personenkreisen „und, wie hat der auf Dich gewirkt“ und lassen diese Informationen in ihre Entscheidung einfließen.

Eindrücke notieren!

Notieren Sie sich im Auto oder auf der Fahrt zurück Ihre Eindrücke und offenen Fragen sowie die Namen der Gesprächsteilnehmer. Nichts ist schlimmer als 14 Tage später bei Ihrer Nachfrage in der Personalabteilung von Frau/Herrn „Dingenskirchen“ zu sprechen.

Und was sagt Ihr Bauch? Fühlt er sich wohl, wie lief das Gespräch, gab es Besonderheiten? Alles notieren, es wird später gebraucht. Und bitte nicht zu überschwänglich! Es gibt Bewerber, die mit dem „Alles lief Spitze“-Gefühl rauskommen und eine Absage kassieren. Warum? – Dazu später mehr.

Nachfragen, dokumentieren, verbessern. – Ähnlich wie bei der schriftlichen Bewerbung haken Sie, wenn nichts anderes vereinbart wurde, nach spätestens 7-10 Tagen nach und dokumentieren Sie, was Sie gehört haben.

Neben der Entscheidung, die das Unternehmen trifft, sollten auch Sie zu einer Entscheidung kommen, ob das, was Sie gesehen und gehört haben, das richtige für Sie und Ihre Zukunft sein kann.

Wie geht es weiter?

Wenn dem auf beiden Seiten so ist, geht es bald weiter mit dem Zweitgespräch, Probearbeiten, Tests, Accessmentcentern oder dem Einstellungsgespräch. Mir hat mal ein Personalleiter gesagt: „Alle Kandidaten haben bei uns zwei Gespräche. Manchmal dauert es 5 Minuten und manchmal 15 Tage bis es weiter geht.“ Achten Sie darauf, wenn sich Ihre Gegenüber im Gespräch anders hinsetzen, aufrichten, sich länger anschauen, einander zunicken. Es können versteckte Signale sein, dass das erste Gespräch sofort in das zweite übergeht.

Noch Fragen zu dem Davor und Danach des Erstgespräches? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um das Vorstellungsespräch geht.

Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier:  www.karriere-abc.com

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