Das Handy im Bewerbungsgespräch

Das Handy im Bewerbungsgespräch

Das wird einer meiner kürzesten Beiträge werden:

Das Handy ist während des Bewerbungsgesprächs ausgeschaltet und ist für alle Beteiligten während des gesamten Zeitraums nicht sichtbar und nicht hörbar. Das gilt für alle (!) Beteiligten.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Warum schreibt er das, werden Sie jetzt denken.

In einigen Gesprächen der letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass Bewerber (überwiegend jüngere Menschen, unter 35 Jahren) oft ihr Handy mit in das Bewerbungsgespräch mitnehmen und während des Gesprächs daran rumspielen.

„Bevor Sie das Unternehmen betreten, schalten Sie das Handy am besten ganz aus und schalten es erst wieder an, wenn Sie das Unternehmen verlassen!“ möchte ich am liebsten den Kandidaten zurufen. Allen Unternehmensvertretern möchte ich gerne sagen: „Das gilt auch für sie.“

Hier zwei Beispiele aus der jüngsten Zeit:

Es war ein gutes erstes Gespräch, Bewerber und Unternehmen hatten sich bereits auf einen weiteren Gesprächstermin geeinigt, als der Bewerber das Handy aus der Hosentasche zog, um eine SMS oder WhatsApp zu beantworten. Daraufhin wurde ihm gesagt, dass der zweite Termin nicht stattfinden wird.

In einem anderen Gespräch musste der Bewerber B gut 20 Minuten über den vereinbarten Zeitpunkt hinaus warten, bis der Geschäftsführer G, der ihn eingeladen hatte, erschien. G kam telefonierend in den Raum, beendete nach einer Minute etwas unwirsch das Gespräch und wirkte im weiteren Verlauf fahrig. Noch während G das Unternehmen vorstellte, klingelte es erneut. Telefonierend verließ er den Raum, der verdutzte B schaute sichtlich verwirrt umher.

Als nach drei Minuten G noch nicht wieder in Sicht war, verließ B sprachlos den Raum und das Unternehmen. G rief ihm noch hinterher, ob er nicht wisse, was sich gehöre und wer hier die Prioritäten setzen würde. Ganz unter uns, mich hätte es nicht gewundert, wenn weitere Mitarbeiter von G dem Beispiel von B umgehend gefolgt wären.

Aufmerksamkeit und Prioritäten:

In der Anbahnung neuer (geschäftlicher) Beziehungen ist es wichtig, der anderen Seite ein ernstgemeintes Interesse und Respekt zu zeigen. Vieles ähnelt durchaus der Anbahnung von Partnerschaften.

Widmen Sie Ihre volle Aufmerksamkeit dem Gespräch und den Gesprächspartnern. Jegliche Ablenkung, wie zum Beispiel „aus dem Fenster starren“, „die Bilder an der Wand betrachten“, „telefonieren“, „am Handy rumspielen“ etc. sind tabu. (Muss ich jetzt noch betonen, dass das für beide Seiten gilt?)

Ihre oberste Priorität ist die Besetzung der Stelle bzw. das Unternehmen von sich als neuen Mitarbeiter zu überzeugen. Sollten so wichtige Dinge dazwischen kommen, dass Ihre Priorität für das Bewerbungsgespräch nicht an erster Stelle liegt, sollten Sie das Gespräch vorher absagen.

Und wenn doch etwas Wichtiges passiert?

Mir ist selber so etwas auf dem Weg zu einem Kundengespräch widerfahren, als ich kurz vor dem Werksparkplatz die Nachricht über einen Todesfall in der Familie erhielt. Ich habe beim Ansprechpartner angerufen, ihm die Lage erläutert und um Entschuldigung sowie um einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt gebeten.

Es kann auch im Falle des oben erwähnten Geschäftsführers dringende und unaufschiebbare Gründe für eine Verschiebung geben, das ist klar. Dann ist professionelles Verhalten gefragt. Er sollte entweder für einen Ersatzansprechpartner sorgen oder um Verschiebung des Termins bitten. Die Gründe müssen dem Bewerber dabei nicht unbedingt bis ins kleinste erläutert werden.

Terminverschiebung

In einem anderen Beitrag bin ich näher auf die Terminverschiebung eingegangen.

Zurück zum Handy. Eigentlich sollte der Beitrag doch sehr kurz werden. Hmmh, das ist es wieder dieses „eigentlich“. Bitte lesen Sie dazu den Artikel “Ist man eigentlich noch Herr seiner Sprache?”.

Wie oben schon geschrieben, lautet meine Empfehlung an alle, die im Besprechungszimmer sitzen: „Machen Sie das Handy vorher aus und erst nachher wieder an.“

An alle staunenden Leser möchte ich mit einem Zitat von Oskar Kokoschka noch die Quelle und Inspiration meiner Beiträge erläutern.

„Wer noch staunen kann, wird auf Schritt und Tritt beschenkt.“

Alle Beiträge beruhen auf eigenen Erlebnissen in meinem Berufsleben. Auch wenn ich einiges verfremde und etwas anders beschreibe, so haben die Geschichten im Kern tatsächlich stattgefunden. In der nächsten Woche ein weiterer Beitrag aus dem realen Bewerbungsgesprächsleben: „Der Schwingerstuhl“.

Ich wünsche Ihnen bis dahin eine gute Zeit und viel Erfolg!!

 

 

Karriere-A!B!C, der Blog mit Infos zu Beruf, Bewerbung und Karriere.

By | 2018-01-12T15:08:00+00:00 Dezember 8th, 2017|Bewerbungsgespräch|