Das steht doch in meinen Unterlagen

Immer wieder werde ich im Bewerbungsgespräch überrascht. Ein Beispiel sind die Antworten der Bewerber auf einfache Fragen zu ihrem Werdegang.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie geführt? Mit welchem CAD-System haben Sie gearbeitet? Was waren Ihre Hauptaufgaben?

Die Unterlagen des Bewerbers habe ich mir vor dem Gespräch in der Regel zwei Mal angeschaut. Zum einen beim Bewerbungseingang, um zu entscheiden, ob ich zu einem Bewerbungsgespräch einlade und zum anderen kurz vor dem Vorstellungsgespräch, um Fragen vorzubereiten, eventuelle Unklarheiten zu markieren oder auch um auf Fehler hinzuweisen, die trotz sorgfältiger Prüfung schon einmal durchrutschen.

Warum fragt also der Bewerbungsempfänger etwas, was offensichtlich in den Unterlagen schon geschrieben steht?

Er möchte es mit Ihren Worten hören und prüfen, ob Sie wissen, was Sie geschrieben haben. In jedem Fall ist die Antwort „Das steht doch in meinen Unterlagen.“ Die falsche.

Abweisung kann Gespräch beenden

Der Fragesteller wird sich von Ihnen und Ihrer Antwort im Hinblick auf die Unterlagen abgewiesen fühlen. Ein unausgesprochenes „Fragen sich mich bitte nicht weiter!“ steht zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner im Raum. Für die Entwicklung eines guten Gesprächsklima ist so etwas nicht förderlich.

Versuchen Sie, den Ball aufzunehmen und im Spiel zu halten. Ihr Gegenüber interessiert sich für Sie. Zeigen Sie, dass auch Sie Interesse haben, sich vorzustellen. Bedenken Sie dabei, dass Sie ein nahezu unbeschriebenes Blatt Papier für Ihr Gegenüber sind. Man kennt Sie und Ihren Werdegang nicht. Lediglich ein paar Eckpunkte aus Ihrem Lebenslauf sind Ihrem Gesprächspartner bekannt.

Ihre Vorstellung

„Heute bin ich seit 5 Jahren Teamleiter Konstruktion. Im Folgenden möchte ich Ihnen meinen Werdegang skizzieren. Schön während meiner Schulzeit wurde mein Interesse an mechanischen Dingen und kleinen Reparaturen durch meinen Großvater geweckt…..“

So ähnlich können Sie sich einen Einstieg in Ihre Vorstellung aufbauen. Bitte sagen Sie nicht: „Ich heiße Christof Wirtz, bin 51 Jahre alt, verheiratet und seit….“. Das geht vielleicht gerade noch für die Lehrstelle oder einen Praktikumsplatz.

Nach dem Einstieg berichten Sie kurz über Schulzeit und Ausbildung und etwas Eingehendes über Fachthemen aus dem Studium, die zu der zu besetzenden Stelle passen.

Für Ihre ersten Berufserfahrungen nutzen Sie das zweite Drittel und für die letzte Stelle das dritte Drittel. Hier sollte der Schwerpunkt liegen. Gut ist es, wenn Sie möglichst viel von dem Suchprofilanforderungen in Ihre Darstellung einbinden.

Übungen

Bereiten Sie sich zunächst schriftlich auf Ihre Vorstellung vor. Üben Sie mit Videokamera am Handy oder Laptop oder bitten Sie eine zweite Person darum, Ihnen zu zuhören. Machen Sie sich dabei Notizen, wo Sie zu langatmig waren oder zu schnell über Wesentliches hinweggehuscht sind.

Unter Gesprächsleitfaden für das Vorstellungsgespräch finden Sie weitere nützlich Tipps für Ihre Vorbereitung.

Weitere allgemeine Karriere- und Bewerbungstipps finden Sie auf www.karriere-abc.com

By |2018-11-22T11:21:01+00:00November 22nd, 2018|Bewerbungsgespräch|
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