Lange dauerndes Bewerbungsverfahren

Wer kennt die Situation nicht? Online wurde eine sehr interessante Stelle gefunden, auf die das eigene Profil hervorragend passt. Umgehend werden alle Bewerbungsunterlagen per Email versendet oder online auf dem entsprechenden Portal hochgeladen. Es folgt eine kurze automatische Antwort über den Bewerbungseingang und dann lange Zeit nichts. Anschließend kommt es droht ein lange dauerndes Bewerbungsverfahren.

„Von telefonischen Anfragen ist abzusehen“

So oder so ähnlich findet man meist in den Stellenprofilen einen kurzen Hinweis mit der Bitte, den weiteren Bewerbungsprozess nicht zu stören – aufgrund der vielen Anfragen, (*Räusper*, Anm. eines Personalberaters).

Wie kann ich als Bewerber den Status erfragen und den Bewerbungsprozess beschleunigen? Ist das überhaupt sinnvoll?

Wenn Sie das Spiel gewinnen wollen, ändern Sie die Regeln

Auch wenn um Zurückhaltung gebeten wird:  ich würde nach spätestens 14 Tagen dort anrufen und fragen, ob die Stelle noch zu besetzen ist und was mit meiner Bewerbung gerade geschieht. Je nachdem können Sie auch etwas Druck aufbauen und etwas von bevorstehenden weiteren Gesprächen erzählen, mit dem Hinweis, dass Sie auf die Stelle (mit der Sie gerade telefonieren) aus Ihrer Sicht sehr gut passen. Bei allem bitte nicht die gebotene Höflichkeit vergessen.

Mit einem Lächeln vor dem Telefonanruf klingen Sie viel zuversichtlicher und entspannter.

Woran liegt es, dass es zu Zeitverzögerungen kommt?

Es gibt im Unternehmen meist verschiedene Ursachen, die zu lange dauernden Bewerbungsverfahren führen.

Zunächst kann es sein, dass der Bewerbungseingang überlastet oder personell unterbesetzt ist. Manchmal gibt es auch technische Störungen auf den Bewerbungsplattformen oder Ihre Email landet ungewollt im Spamordner.

Die nächste Entscheidungsebene ist die Fachabteilung. Hier bleibt auch in dem einen oder anderen Unternehmen mal etwas liegen. Zwar fordern die Fachabteilungen über die Personalabteilung neue Mitarbeiter an, zum Beispiel um ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen oder weil eine neue Stelle genehmigt wurde. Es scheitert dann oft an der Priorität, sich für die Durchsicht der Unterlagen und die Bewerbungsgespräche Zeit zu nehmen.

Nach dem ersten Gespräch können außerdem mehrere Wochen vergehen, bis es zum Zweitgespräch kommt bzw. wenn die Entscheidung für den Kandidaten aufgrund von Urlaubszeiten, Messen etc. nicht frühzeitig getroffen werden kann.

In einigen Fällen wollen die Entscheider im Unternehmen auch einfach weitere Bewerber sehen.

Ich rate den Bewerbern grundsätzlich, dass sie aktiv nach ca. zehn Tagen nachfragen.

Den Unternehmen rate ich in Zeiten der Vollbeschäftigung dazu, die Bewerberdurchlaufzeiten zu messen und wenn nötig zu optimieren.

Entscheidungen auf Bewerberseite

„Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“. Viele Bewerber entscheiden sich für das zeitlich naheliegendere Angebot und sind nicht bereit auf ein Angebot vom eigentlich favorisierten Unternehmen zu warten.

Halten Sie am besten von beiden Seiten Kontakt zueinander, wenn Ihnen etwas aneinander liegt!

Wie lange dauert es im Schnitt?

Das kommt sehr auf das Unternehmen und manchmal auch auf die Stelle an. Aus eigener Erfahrung habe ich es in der Personalberatung schon erlebt, dass ein vorgeschlagener Bewerber innerhalb von einem Tag einen Termin hatte und mit einem Arbeitsvertrag herausgekommen ist. Am anderen Ende der Skala habe ich Zeiten von mehr als neun Monaten erlebt, die ein Unternehmen gebraucht hat, um sich zu entscheiden.

In der Regel sollte nach Bewerbungseingang innerhalb von fünf Werktagen eine Absage oder Einladung kommen. Bis zur Einstellung ist es vorteilhaft, nicht mehr als vier Wochen verstreichen zu lassen.

Meist sind es sechs bis acht Wochen, die ich auf Unternehmensseite erlebe. Und in dieser Zeit sind die guten Bewerber schon abgesprungen.

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By |2018-10-24T14:00:49+01:00September 14th, 2018|Allgemein, Bewerbung|
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