Neue Herausforderung gesucht

Neue Herausforderung gesucht

„Neue Herausforderung gesucht“, „Neue Perspektiven“, „Ich suche die Weiterentwicklung“: diese und ähnliche Antworten höre ich besonders von Bewerbern mit ersten Berufserfahrungen (drei bis fünf Jahre), wenn ich nach der Wechselmotivation frage.

Sichtweise des Bewerbers

Aus Sicht des Bewerbers sind die Antworten verständlich. Meist hat er oder sie nach den ersten drei bis fünf Jahren als Fachkraft in einem bestimmten Bereich gearbeitet und möchte erste Stufen auf der Karriereleiter nach oben gehen. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass es gerade im Mittelstand mit flachen Hierarchien neben dem Abteilungs- oder Bereichsleiter kaum Führungspositionen gibt.

Einige Unternehmen bieten Projektleitungsrollen an, die zumindest mal eine fachliche Führung ermöglichen, selten mehr.

Von daher möchten sich die Bewerber mit dem Wechsel auf den ersten Karrieresprung vorbereiten.

Sichtweise des Unternehmens

Das Unternehmen sucht eine Fachkraft mit Berufserfahrung:

entweder wurde aufgrund von Unternehmenswachstum eine neue Stelle geschaffen, die vom Vorgesetzten in meist mühevollen Verhandlungen mit dessen Vorgesetztem budgetiert wurde, oder das Unternehmen sucht eine Ersatzbesetzung für einen ausgeschiedenen Kollegen/Kollegin.

Damit der/die Neue zügig ans Arbeiten kommt – der Bedarf für die Stelle liegt bei einer neuen Stelle wahrscheinlich schon mehr als ein halbes Jahr zurück – wird jemand gesucht, der direkt loslegen kann und erste Berufserfahrung hat. Bloß keine Absolventen, „da brauchen wir zu lange, bis der ans Laufen kommt“ (Umgangssprachlich bedeutet das „lange Einarbeitungszeit“.)

Auf keinen Fall möchte man einen neuen Mitarbeiter/Mitarbeiterin einstellen, der nach zwei Jahren unzufrieden ist, weil er/sie noch keine Führungskraft geworden ist.

Welten prallen aufeinander

Freudestrahlend sagt der Bewerber dem Unternehmen im Bewerbungsgespräch, dass er wechseln wolle, weil er neue Herausforderungen und eine Weiterentwicklung sucht.

Stirnrunzeln und ein zögerliches Verhalten werden bei den Vertretern des Unternehmens am Tisch gegenüber bemerkbar, wenn man genau hinschaut.

Warum?

Das Unternehmen will eine Fachkraftstelle besetzen. Es sucht keine angehenden Führungskräfte, für die in absehbarer Zeit keine Stellen da sein werden und die gegebenenfalls in drei Jahren wieder wechseln wollen.

Gute Mitarbeiter gehen dem Unternehmen so verloren. Dem Bewerber entgehen gute Chancen.

Wie werde ich Führungskraft?

Was muss ich denn tun, um Führungskraft zu werden?

Und dabei sagt einem doch jeder Karriereberater, ich solle bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und auch zeigen. Oder nicht?

Der erste Wechsel aus der Fachkraft- in die Führungskraftebene ist vermeintlich der schwerste. Selten gelingt dies über die externe Bewerbung, eher über einen internen Wechsel. Doch dazu demnächst mehr. (Wie werde ich Führungskraft?)

Vor jeder Bewerbung muss ich die Prioritäten festlegen und eine Strategie. Dazu gehört neben dem „Wo“ bewerbe ich mich auch das „Wie“ bewerbe ich mich und vor allem das „Was“ sage ich im Bewerbungsgespräch.

Eine Wechselmotivation kann zum Beispiel sein, dass Sie sagen: „Ich habe jetzt genug hier gelernt und möchte neue Technologien und/oder Branchen kennenlernen.“ Idealerweise ist Ihre Antwort auf Ihre spezielle Lage abgestimmt und stammt nicht aus irgendeinem Karriereberatungs-ABC oder so ähnlich.

Bei konkreten Fragen zur Wechselmotivation können Sie mich gerne unverbindlich ansprechen.

Christof Wirtz

www.karriere-abc.com

 

By | 2018-05-04T15:48:29+00:00 Mai 4th, 2018|Allgemein, Bewerbungsgespräch, Karriere|