ABC in Wuppertal

Probearbeiten für den neuen Job

Probearbeiten für den neuen Job

In einem Interview auf www.Wirtschaft-verstehen.de wurde ich zum Thema Probearbeiten im Mai gefragt „Wie normal sind Probearbeitstage?“

Meine Antwort: „Aus meiner Sicht noch nicht normal genug. Beide Seiten können sich viel intensiver und ungezwungener ‚beschnuppern‘ als in einem 2 x 1,5-stündigen Bewerbungsgespräch. Alle Unternehmen mit denen ich zusammenarbeite, die Schnuppertage anbieten, haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Es ist eine Investition von Zeit die beide Seiten einbringen, was auf ein starkes Interesse von beiden hindeutet, dass sie es ernst meinen und gewillt sind, den nächsten Schritt, die Einstellung, zu gehen.

Üblich ist eine Dauer von zwei bis acht Stunden. Mehrtägige Probearbeitszeiten halte ich nicht für sinnvoll, schließlich gibt es ja auch noch die Probezeit.

Neben den Probearbeiten im Unternehmen vor Ort, gibt es besonders im Bereich der Softwareentwicklung auch die Form, dass dem Bewerber eine Aufgabe gestellt wird, die innerhalb einer bestimmten Zeit fertig zu stellen und abzugeben ist. Meist sind es kleiner Programmieraufgaben oder Fehlersuchen. In einem vorgegeben Quellcode.

Vor Ort oder offline?

Während in der ‚offline‘ Variante lediglich ihr Können unter Beweis zu stellen ist, sind es beim dem Vor-Ort-Probearbeiten insbesondere auch die neuen Kollegen, die Sie kennen lernen können und die Sie kennen lernen. Passt er/sie ins Team, wie gibt er/sie sich und was hinterlässt er für einen Eindruck auf die Teamführung.

Sie können zudem einen Eindruck vom Umgang miteinander am neuen Arbeitsplatz kennen lernen und Ihren Wohlfühlfaktor bestimmen.

Die Stolperfallen gibt es auch hier. Wie sattelfest sind die von Ihnen in den vorhergehenden Gesprächen angegebenen fachlichen Kenntnisse denn in der Praxis. Handelt es sich um eine handwerkliche Aufgabe wird auch geprüft, wie gut Sie selbiges verstehen und anwenden können.

Fühlen Sie sich nicht zu sicher, dass alles klappt!

Waren Sie in den ersten Begegnungen offen, freundlich und kommunikativ und zeigen jetzt ein anderes Bild oder wirken gar auf vermeintlich Untergebene geringschätzig, kann es auch nach einem Probearbeitstag für Sie zur Nichteinstellung führen.

Wichtig in Führungspositionen sind zudem die Eindrücke Ihrer zukünftigen Mitarbeiter und der Kollegen auf der gleichen Ebene. Hier muss die Chemie stimmen, allerdings sollten sich nicht zu kollegial sein. Achten Sie vor allem auf den Umgangston Ihrer ‚Ebene‘ auf die Mitarbeiter in den jeweiligen Abteilungen und Bereichen. Wie wird hier geführt, wie geht man miteinander um, wie läuft das Reporting. Es wird wahrscheinlich nicht genügend Zeit bleiben, um informelle Kanäle zu entdecken, das kommt dann eher in der Probezeit. Augen und Ohren offen halten, Fragen stellen und sich im direkten Anschluss Ihre Eindrücke notieren, ist sinnvoll.

Meist setzt man sich in der Entscheiderrunde am Ende des Probearbeitens zusammen, um Sie nach Ihren Eindrücken zu fragen. Bereiten Sie auch Ihrerseits Fragen für diesen abschließenden Teil vor.

Wenn alles passt und auf beiden Seiten keine Fragen offen bleiben, kommt es zu den Vertragsentwürfen und –verhandlungen. Es kann durchaus sein, dass im direkten Anschluss an das Probearbeiten mit Ihnen ein solcher Entwurf besprochen oder verhandelt wird.

Noch Fragen zum Probearbeiten? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Vertragsverhandlungen geht.

Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier: www.karriere-abc.com

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