Schwingerstuhl im Bewerbungsgespräch

Erlebnisse aus Bewerbungsgesprächen

„Ach wie war es doch, vordem, auf der Bewerberbank arg unbequem.“

Dank moderner Büroarchitektur, der Büromöbelindustrie und fleißigen Innenausstattern hat sich die alte Bewerberbank zum modernen freischwingenden Ledersessel aufgepolstert. Der Schwingerstuhl im Bewerbungsgespräch birgt so manche Tücke.

Glatte Sitzfläche und anlassgemäße Kleidung sorgen für die erste Herausforderung. Wie bleibe ich gerade sitzen, ohne ständig auf dem Stuhl hin und her zu rutschen?

Einige Stühle haben dank neuester Technik Gasfedern und Kippmechaniken eingebaut, die, wenn falsch bedient oder vom Vorgänger in ungünstiger Position hinterlassen, dafür sorgen, dass der neue „Besitzer“ erstmal unfreiwillig nach oben, unten oder auf eine Seite kippt.

Dem ist Einhalt zu gebieten, mag so mancher leidgeprüfte Personalleiter und sein Team gedacht haben, und es wurden Schwinger-Stühle angeschafft.

Sozusagen ging es nun vom Regen in die Traufe.

Im ersten Moment sitzt man nahezu perfekt mit leichtem Winkel nach hinten recht bequem. Möchte man Interesse auch körpersprachlich zeigen und den Körper nach vorne neigen, federt einen die Elastizität des Stahlrahmens katapultartig nach vorne.

Hui, das war zuviel.

Bis man die Balance gefunden hat, dauert es ein Weilchen und letztendlich schafft man es auch ohne Yoga-Kurs, die Mitte zwischen Relax-und Bewerbungsposition zu finden.

Nicht aber ein Kandidat, mit dem ich vor ein paar Wochen beim Bewerbungsgespräch dabei sein durfte.

Der junge Mann war sichtlich motiviert, sprach über sich und seinen Lebensweg und federte dabei mal nach hinten und mal nach vorne. Das zog sich durch das gesamte Gespräch. Nur selten saß er still.

Der Zappelphilipp

Ob der Philipp heute still, wohl bei Tische sitzen will?”

Also sprach in ernstem Ton, der Papa zu seinem Sohn,

und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum.“ (Wilhelm Busch, Der Zappelphilipp)

So erging es auch den Anwesenden aus HR und Fachabteilung. In der Nachbesprechung war das „Rumgezappel“ der einzige negative Punkt, der dazu führte, dass man sich beinahe gegen den Kandidaten entschieden hätte.

Bleibender Eindruck

Was bleibt, war der Eindruck auf dem kalten Polster und der Hinweis an Sie, liebe Leserinnen und Leser, im Bewerbungsgespräch darauf zu achten, nicht den Tücken der modernen Bürostuhltechnik zu erliegen.

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By |2018-10-12T10:02:00+00:00Dezember 15th, 2017|Allgemein, Bewerbungsgespräch|