Sitzposition im Bewerbungsgespräch

Dienstagvormittag, 10:00 Uhr. Ich bin zu Gast bei einem Bewerbungsgespräch. Der Bewerber betritt den Raum und begrüßt die Anwesenden mit einem Händeschütteln, einem freundlichen „Guten Morgen“ und nennt seinen Namen. Er hält Augenkontakt, lächelt, die Kleidung ist in Ordnung, alles gut, bis auf seine Sitzposition.

Er setzt sich hin. Nein, eigentlich lässt er sich in den Besprechungsstuhl fallen, seufzt und rutscht mit dem Rücken so tief in die Lehne, dass er fast liegt. Aus dem Augenwinkel registriere ich, dass sich die Augen der beiden Unternehmensvertreter weiten.

So entwickelt sich ein Schauspiel, bei dem der Bewerber später noch lässig ein Bein über das andere schlägt, was wiederum dazu beiträgt, dass seine Schuhspitze über die Tischplatte ragt. Ein Blick genügt mir, um zu erkennen, dass die Personalleiterin das registriert hat.

Inhaltlich ist der Bewerber gut und kann sogar fachlich den Leiter der Fachabteilung überzeugen. Ihm wird ein Schnuppertag angeboten, Später stellt sich raus, dass er ein Vertragsangebot erhalten wird, welches er auch annehmen wird.

Geeignete Sitzpositionen

Es ist wichtig, dass sich die Bewerber in einer für sie angenehmen Sitzposition befinden, um frei sprechen zu können und um sich wohlzufühlen. Dies trägt zu einem positiven Auftritt bei. Natürlich sind viele nervös und versuchen, das zu kaschieren.

Sie sollten aufrecht im Stuhl sitzen, sich nicht rein fallen lassen und auch nicht zu lässig in den Sitz reinrutschen. Bei den Damen kann es in Ordnung sein, wenn sie die Beine übereinander schlagen, bei den Herren geht das meistens schief. Auf gar keinen Fall sollten Schuhspitze oder Knie oberhalb der Tischplatte erscheinen.

Bitte versuchen Sie während des Gesprächs, möglichst still zu sitzen und nicht zu häufig die Position auf dem Stuhl zu wechseln. Ein Beispiel dazu habe ich in einem früheren Artikel „Der Schwingerstuhl“ beschrieben.

Sitzposition und Stimme

Stocksteif und kerzengerade in angespannter Position ein Bewerbungsgespräch zu führen sorgt für zu viel Stress. Sitzen Sie aufrecht und locker. Dabei sollten insbesondere der Brustbereich und das Zwerchfell nicht zu angespannt sein. Zu viel Druck kann dazu beitragen, dass Sie Ihre Stimmbänder überstrapazieren. Die Stimme wird höher und versagt ganz, wenn Sie zu sehr Druck aus dem Brustkorb auf den Kehlkopf ausüben. Dazu finden sie hier einige Beispiele zur Lockerung Ihrer Stimme.

Übungen

Wenn Sie zu Hause sind, können Sie idealerweise mit einer weiteren Person üben, wie es Ihnen nach der Begrüßung gelingt, entspannt und dennoch aufrecht eine gute Sitzposition zu finden. Wenn möglich, stellen Sie eine Kamera oder ihr Handy auf, um das Ganze zu filmen. Mit dem Feedback der anderen und der visuellen Kontrolle werden Sie schnell für sich einen guten Weg finden.

Weitere Bewerbunsgtipps finden Sie auf www.karriere-abc.com.

Christof Wirtz

By |2018-10-11T17:54:12+00:00September 21st, 2018|Bewerbungsgespräch|