Anlagen zum Lebenslauf, was muss rein in die Bewerbung, was ist zu beachten?

Versenden, nachfragen, dokumentieren, verbessern

Versenden, nachfragen, dokumentieren, verbessern

Der erste Schritt ist getan, und dank zahlreicher Tipps und Fragen ist die schriftliche Bewerbung für die Wunschstelle per Post, Email oder auf einem Stellenportal im Internet auf dem Weg zum Wunschunternehmen.
Es passiert erstmal nichts – komisch. Ok, da war diese Standard-Email „Vielen Dank für Ihre Bewerbung, wir werden….“ – oder so ähnlich. Oft finden Sie auch einen Satz wie z.B. „Bitte rufen Sie uns nicht an, wir melden uns, wenn wir weiteres Interesse an Ihnen haben.“ An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass auch einige Unternehmen noch großes Potential für die Verbesserung ihrer Außenwirkung bei der Entgegennahme von Bewerbungen haben. Nicht wenige Bewerber fühlen sich an dieser Stelle bereits vergrault. Weitere vergraulte Bewerber entstehen durch zu lange Wartezeiten, da sich so manche HR-Abteilung erst sehr spät meldet. Doch in diesem Artikel geht es um Sie, Frau/Herr Bewerber(in).

Was können Sie jetzt machen?

Zudem ist es nicht die einzige Bewerbung, die Sie in den letzten Tagen und Wochen für alle Ihre Wunschstellen bei Ihren Wunschunternehmen platziert haben. Wie soll man denn den Überblick behalten, denken viele.
Ganz einfach – machen Sie sich eine Liste. Bestenfalls mit Tools wie z.B. Excel, es reicht aber auch ein DIN A4 Papier, auf dem Sie Spalten und Zeilen mit einem Lineal zeichnen.
Datum, Firma, Ansprechpartner, Telefon, Stelle, Rückmeldung, Gespräch 1 Gespräch 2, Vertrag, Bemerkung, Status sind hier als Beispiele für die Spaltenüberschriften zu nennen. Sollten Sie zum Papier greifen, zeichnen Sie am besten die Linien mit Filzstift und die Einträge mit dünnem Bleistift. Jede Bewerbung, die Sie versenden, wird in diese Spalte eingetragen. Sollte es Veränderungen geben, wie z.B. Rückmeldung, der Ansprechpartner hat sich geändert, es gibt eine Einladung zum Gespräch usw., ist dies zu dokumentieren.
So behalten Sie jederzeit die Übersicht über Ihre Bewerbungen und den aktuellen Stand.

Wenn Du das Spiel nicht gewinnen kannst, ändere die Regeln

Was ist denn jetzt mit dem „Ich soll da nicht anrufen?“ – Mein Tipp: „Wenn Du das Spiel nicht gewinnen kannst, ändere die Regeln.“ Auf die Frage des Unternehmens, warum Sie trotz Hinweis anrufen antworten Sie, dass die die XY-GmbH Ihr Traumunternehmen ist / Ihre Traumstelle ausgeschrieben hat, und Sie in den nächsten Tagen ein Vertragsangebot von einem anderen Unternehmen erwarten und Sie daher vor der Entscheidung sich noch einmal über den aktuellen Status erkundigen möchten. Immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Einige Ratgeber empfehlen auch ein warmes, leicht zuckerhaltiges Getränk vor dem Telefonat zu sich zu nehmen. Probieren Sie es aus.

Nachfragen

Wenn alles läuft und Sie zum Gespräch eingeladen werden – prima. Doch was, wenn es nicht gut geht? Erste Selbstzweifel kommen auf – was tun – ist meine Bewerbung so schlecht?
Fragen hilft – und das (leider) nur mündlich. In Zeiten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) werden Sie auf schriftliche Nachfragen eher vorsichtig weichgespülte Antworten erhalten, die Sie kaum weiterbringen. Im Telefonat kann (!) das anders sein. Geben Sie zu verstehen, dass Sie ernsthaft an der Verbesserung Ihrer Unterlagen interessiert sind und fordern Sie höflich (!!) eine ernstgemeinte Antwort ein, was Sie besser machen können bzw. warum ein anderer den Vorzug bekommen hat. Ich gehe davon aus, dass Sie in 30% der Fälle eine brauchbare Antwort erhalten werden. Ich habe es auch schon erlebt, dass durch das Nachfragen aus einer Silbermedaille (hier Ablehnung für die Stelle) eine Goldmedaille wurde, da der zuerst Ausgewählte die Stelle nicht angenommen hat und man schnell einen Ersatz suchte. „Wenn Sie noch verfügbar sind, dann kommen Sie doch bitte nächste Woche vorbei.“ Im anderen Fall war es das gute Gespräch, das den Entscheider dazu bewogen hat, sich den Kandidaten nochmal persönlich anzuschauen, da dieser „Biss“ gezeigt hat, indem er nachgefragt hat.

Dokumentieren

Nutzen Sie die Informationen zu der Absage für die Verbesserung Ihrer Bewerbung. Bedenken Sie immer, dass nicht Ihnen abgesagt wurde, sondern Ihrer Bewerbung auf die Stelle. Werden Sie resilient* gegenüber Absagen. Mit jeder Absage wächst die Chance, dass die nächste Bewerbung besser klappt.

*Exkurs zu resilient/Resilienz:

Laut Wikipedia: beschreibt Resilienz die Toleranz eines Systems gegenüber Störungen. Machen Sie sich vertraut mit der Ablehnung – mit dem „nein“ zu Ihrer Bewerbung. Mit Ihrer Einstellung „das ‚nein‘ habe ich schon, nur durch meine Bewerbung kann ein ‚ja‘ daraus werden.“ Helfen Sie sich im Umgang mit einer eventuellen Absage. Ich habe es selber erlebt, wie zu Beginn meiner Berufsphase durchaus bessere Mitstudenten auf 200 Bewerbungen nur 8 Gespräche zugesagt wurden, aus denen eines zum Vertragsangebot wurde.
Was habe ich anders gemacht? Ich habe mich nicht beworben. Ein Jahr vor dem Diplom habe ich als Student bei einem kleinen Unternehmen im Software und Sales Support gearbeitet und die Chance genutzt, den Geschäftsführer des Mutterunternehmens auf ein konkretes Projekt eines Kunden anzusprechen. Es wurde ein Spezialist für 3D Anlagenbau gesucht, zufällig Thema meiner Diplomarbeit. Ich wurde mit nur einer Bewerbung eingestellt. – Nutzen Sie Chancen, indem Sie sich selber welche machen!
Noch Fragen zu der Auswahl der Branchen? Immer her damit! Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abcgroup.de zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt.
Bis nächste Woche, wenn es um das Erstgespräch davor/danach geht.
Alle bisher veröffentlichen Beiträge finden Sie hier:  www.karriere-abc.com
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